Kunst in Kirchen

Das Kunstwerk Jukka Korkeilas in St. Bonifatius Karben hat viele Gemeindemitglieder und Besucher angeregt zu Gespräch, Kritik und Weiterdenken. Nun sollte die Kirche wieder in den ursprünglichen Zustand zurück-versetzt werden. Aber halt! Gibt es ein Zurück? Kann der Kommunikationsprozess abgeschlossen sein, den die riesige Plakatwand entfacht hat? Es bleibt etwas zurück. Und es bleibt ein Teil, ein „Rest“ nunmehr an der Rückwand der Kirche. Wer die Kirche verlässt, muss an diesem Abgebrochenen, Unvollständigen im Verhältnis zum „Vorher“ vorbei: eine neue Perspektive. Hat die Feier des Reformationsjubiläums Versöhnung gebracht? Es steht noch genug aus, was man nicht einfach wegräumen kann. Es bleibt offen, wie die zerschnittene Seite, die Wunde, die noch Zeit braucht um zu heilen. Wenn wir die Kirche verlassen, gestärkt durch Gottes Nähe, nehmen wir dieses verstörende Bild mit in unsere Welt. Der „Ausgang“ ist also offen. Einer unserer Ministranten fragte mich: Oh, was ist denn mit dem Plakat passiert? Ja, da ist etwas zerrissen, sagte ich, und das ist jetzt so.

Autor: Karin Scholz

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