Zu Gast bei den Missionaren und in der Marienkapelle Schotten

Der diesjährige Tagesausflug der Seniorengemeinschaft St. Johannes Nepomuk / Mariä Geburt Karben führte, im Wonnemonat Mai, mit 46 Teilnehmern, darunter auch zahlreichen Gästen aus der St. Bonifatius Gemeinde Karben, in die Rhön und in den Vogelsberg. Das erste Etappenziel war das St. Bonifatiuskloster in Hünfeld. Der Tag begann dort mit einer Heiligen Messe mit hervorragender Orgelbegleitung auf der Clewing-Späth Orgel. Zelebrant war der Hausobere P. Superior Karl-Heinz Vogt OMI. Die Lesung und die Fürbitten wurden von Josef Höra aus Okarben vorgetragen. Darin wurde auch in besonderer Weise an den bisherigen geistlichen Betreuer der Seniorengemeinschaft, Herrn Diakon i.R. Friedrich Biermann gedacht, den Gott am 6. Januar dieses Jahres so plötzlich heim in sein himmlisches Reich gerufen hat. Nach dem Gottesdienst fand in dem integrierten Gästehaus des Klosters ein ausgezeichnetes Mittagessen - 3 Gang Menü mit 4 verschiedenen Salaten - in Buffetform statt. Zubereitet wurde dieses wohlschmeckende, gesunde Gericht in der Klosterküche unter Leitung vom Küchenchef Bruder Karl Thier, der auch aus 50 Jahren Klosterküchenerfahrung ein Kochbuch, mit köstlichen Rezepten, herausgebracht hat. Nach dem Mittagessen folgte eine Führung des Hausoberen durch die Klosteranlage. Dabei erfuhren die Besucher, dass schon im Jahre 1826 der Papst die Missionarsgruppe als Orden mit dem Namen „Oblaten der Makel-losen Jungfrau Maria“ bestätigte. Im Jahr 1895 siedelten die Oblaten, von Holland kommend, in Hünfeld und gründeten ihr erstes Kloster im Rat-haus. In nur fünf Jahren wurde das jetzige weiträumige Kloster mit der Klosterkirche durch die Mithilfe vieler Menschen aus Hünfeld und Umgebung errichtet. Von Anfang an bis heute war es Ausbildungsstätte für Missionare, die in die ganze Welt gesandt wurden. Über 2000 Oblaten wurden hier zu Missionaren herangebildet. Heute ist das Kloster ein geistlich-es Zentrum im Herzen Deutschlands mit ca. 15.000 Gästen pro Jahr. Zum Kloster gehören über 40 Mitbrüder. Es beherbergt das Postulat und das Noviziat der Oblaten, das Jugendbüro und eine Pflegestation für die alten Missionare. Es ist ein lebendiger Ort des Glaubens und der Begegnung. Nach der Führung mit den interessanten Erläuterungen durch den Haus-oberen wurde, nach der Verabschiedung und beim Verlassen des Klosters, am Klostereingang ein obligatorisches Gruppenfoto angefertigt. Nach einer Tour durch die Rhön kehrten die Reiseteilnehmer in die Sieberzmühle im Siebenbrunnental zum Kaffeetrinken ein. Anschließend ging die Fahrt weiter durch den Vogelsberg nach Schotten. Auf der Fahrt dorthin erläuterte der Organisator und Reiseleiter Willi Malcharczik, weshalb er Schotten als zweites Reiseziel ausgewählt hatte. Der Grund dafür lag in der Person von Pfarrer / Geistl. Rat Dr. Adolf Schindler und seinen Beziehungen zu Schotten und der Filialkirche Mariä Geburt in Okarben: „Dr. Adolf Schindler kam nach seiner Vertreibung aus dem Sudetenland in den Vogelsberg. Dort wurde er vom Mainzer Bischof Dr. Stohr mit dem Aufbau der Seelsorge in Schotten betraut, wo seit 1527 kein kath. Pfarrer mehr amtiert hatte. So wurde 1946 die Pfarrei Herz Jesu neu gegründet, weil durch die Vertreibung über 2000 Katholiken nach Schotten kamen, die es seelsorglich und caritativ zu betreuen galt. Gleich nach der Währ-ungsreform ging er daran, in der Stadt Schotten im Wege der Selbsthilfe eine Kirche und später ein Pfarrhaus und Jugendheim zu bauen. Die Herz-Jesu Kirche wurde dann 1952 durch Bischof Dr. Stohr eingeweiht. Dr. Adolf Schindler wirkte bis zu seinem 70. Lebensjahr in Schotten als Pfarrer und ging danach aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. In Okarben lebten zu dieser Zeit einige Familien, die bis zur Vertreibung zur Pfarrgemeinde von Dr. Adolf Schindler im Ostsudetenland gehörten. Da seit 1975 die Seelsorgestelle in Okarben, die auf über 900 Seelen angewachsen war, verwaist war, wurde Dr. Adolf Schindler von seinen früheren Pfarrkindern gebeten, er möchte doch als Pfarrer i. R. nach Okarben kommen. Nach dem das kleine Pfarrhaus gründlich renoviert war, konnte Dr. Schindler am 1.Oktober 1977 hier einziehen und seine Seelsorgearbeit im verkleinerten Umfang beginnen, wo er bis zu seinem Tode im Jahre 1987 wirkte.“ Nach kurzer Zeit erreichten wir die Herz-Jesu Kirche in Schotten, wo wir vom Ortspfarrer Christoph Hinke freundlich empfangen wurden. Er erklärte uns die von Dr. Adolf Schindler 1952 neu errichtete Kirche und wies da-rauf hin, dass Schotten im Mittelalter ein bekannter Wallfahrtsort war. Die heute evangelische Liebfrauenkirche mit dem schönen Marienaltar und dem Gnadenbild geben davon Zeugnis. Nach seinen Worten ist die Pieta in der Marienkapelle der Herz-Jesu Kirche die vergrößerte Kopie des Gnadenbildes der Liebfrauenkirche. Die Schottener Wallfahrtstradition wurde von Heimatvertriebenen wieder neu belebt. An jedem 2. Sonntag im September findet die Schottener Marien-Wallfahrt statt, zu der Pfarrer Hinke alle recht herzlich eingeladen hat. Nach einer kurzen Maiandacht mit Segen wurde die Heimfahrt nach Karben angetreten. Alle Fahrteilnehmer waren sich einig, dass dieser Tagesausflug ein ganz besonderer war.           

Autor: Karin Scholz

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