Buße und Versöhnung

Viele Menschen sind verstrickt in Abhängigkeiten, in Bitterkeiten oder in nie aufgearbeitete Schuld. Sie konsultieren Ärzte, Psychotherapeute oder greifen gar zu Medikamenten und müssen am Ende doch feststellen, dass sie sich von der Last der Schuldgefühle auf diese Weise nicht befreien. Die moderne Medizin heilt unsere körperlichen Leiden. Unsere Seelen kann nur Gott heilen. Verzeihen, Neuanfang schenken, das kann nur Er, der uns geschaffen hat, der unser Vater ist und der uns mit all seiner Liebe sagt:
Deine Sünden sind dir vergeben! Ich helfe dir, neu zu beginnen.
Beichte und Buße klingen zunächst unangenehm und daher gehen viele Menschen heutzutage aus verschiedensten Gründen nicht mehr zur Beichte. Da ist der Trugschluss, man habe nichts zu bekennen, die Angst, sich seinen dunklen Seiten zu stellen und Verantwortung für seine Schuld  zu übernehmen oder einfach Bequemlichkeit. Der eigentliche Grund liegt vielfach aber in der Unkenntnis dessen, was die Beichte ausmacht, und dass sie Last von unserer Seele nehmen und glücklich machen kann. Beichten heilt! Das Bußsakrament ist das Zeichen dafür, dass Gott sich auch dem schuldig gewordenen Menschen nicht entzieht, sondern seine Vergebung anbietet. Durch diese Vergebung, die der Beichtende durch den Priester von Gott selbst empfängt, wird der Einzelne mit Gott versöhnt, aber auch mit seinen Mitmenschen, mit der Kirche und der ganzen Schöpfung. Die Situation der Taufe ist wiederhergestellt. So wird die Zugehörigkeit jedes Getauften in der Beichte erneuert und gefestigt. Wo und wann kann ich beichten? Das Sakrament ist eigentlich an keinen bestimmten Ort gebunden, wird aber in der Regel in einer Kirche empfangen. In jeder katholischen Kirche gibt es dazu reservierte Orte, wie die Beichtstühle oder auch ein Beichtzimmer. In unserer Gemeinde dient das Beichtzimmer zumeist als Ort für Beichtgespräche. Wer während ausgeschriebener Beichtzeiten beichten möchte, muss sich nicht anmelden. Es ist aber auch möglich, einen eigenen Termin mit Pfarrer Schirmer für ein Beichtgespräch zu vereinbaren. Wie bereite ich mich auf die Beichte vor? In einer ehrlichen Gewissenserforschung hilft uns die Beichte, unser Leben und unseren Zustand zu überdenken. Sie hilft uns, ehrlich und kritisch gegenüber uns selbst zu sein und unsere Sünden zu sehen. Eine Beichtvorbereitung ist daher nicht zuerst moralische Selbstreflexion, sondern vor allem auch mit der Frage verbunden, was zu tun ist, um die Beziehung zu Gott wieder zu kräftigen und das auszuräumen, was dem im Weg steht.  Zur Vorbereitung auf die Beichte und als Hilfe zur persönlichen Gewissenserforschung dienen sogenannte "Gewissensspiegel", wie sie etwa unter Nr.61-64 im Gotteslob zu finden sind. Weitere Fragen zu Buße und Versöhnung? Die Website der Karl-Leisner-Jugend informiert ausführlich besonders zu den schwierigen Fragen rund um die Themen Gewissenserforschung und Reue, schwere Sünde/ leichte Sünde und hält 10 praktische Beichttipps bereit.